Kurzportrait Wolf Singer

Wolf Singer

Wolf Singer beschäftigte sich schon im Rahmen seiner Promotion 1968 bei Otto Creutzfeld mit bilateraler Sychronisation im EEG. Nach einer Weiterbildung als Neurophysiologe in Paris (Sorbonne), erlangte er 1970 die Approbation und habiliterte anschließend in München im Fach Physiologie. 1980 erhielt er eine Professur für Physiologie an der TU München und wurde 1981 zum Direktor der Abteilung Physiologie am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt ernannt. Er ist Mitbegründer verschiedener neurowissenschaftlicher Institute wie z.B. des Frankfurt Institute of Advanced Science (FIAS), des Brain Imaging Center (BIC) Frankfurt, des Ernst Strüngmann Institute for Neuroscience (ESI) und ist an einer Vielzahl von Forschungsverbünden beteiligt. Sein Hauptinteresse gilt dabei stets der Erforschung höherer kognitver Prozesse auf Netzwerkebene. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der Neurophysiologie des visuellen Systems, der Aufmerksamkeit sowie neuronalen Oszillationen und Dynamiken hinter diesen Prozessen. Seit 2011 ist er Emeritus und als Senior Fellow am ESI für Neurowissenschaften in Frankfurt tätig. Seine Arbeiten z.B. zur Freiheit des Willens haben darüber hinaus auch nachhaltig in die Geistes- und Kulturwissenschaften hineingewirkt.

Zu seinen zahlreichen Ehrungen gehören der Ernst Jung-Preis für Medizin, verliehen von der Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung (1994), der Zülch-Preis (1994), der Hessische Kulturpreis (1998), der Körber Preis für die Europäische Wissenschaft (2000), die Chevalier de la Légion d'Honneur sowie die Medaille de la Ville de Paris (2002), der Communicator-Preis der DFG (2003), der INNS Hebb Award (2006), die Ehrendoktorwürde der Rutgers University USA (2008), der Kaloy-Preis der Universität Genf (2009), das Bundesverdienstkreuz (2011) und die Cothenius-Medaille der Leopoldina (2013). Die DGKN hat ihn bereits 2003 mit dem Hans Berger-Preis ausgezeichnet.

Er ist ordentliches Mitglied in die Academia Europaea und Mitglied der Leopoldina sowie der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Zudem gehörte er bis 2012 dem wissenschaftliche Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung an. Er ist Mitglied im Kuratorium der Hertie-Stiftung und (seit 2007) ausländisches Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften.