Videobasierter Kopfimpulstest (vKIT)

Etwa jeder dritte Deutsche leidet mindestens einmal im Leben an krankhaftem Schwindel, mehr als jeder zehnte Hausarztpatient klagt darüber. Seit wenigen Jahren gibt es den videobasierten Kopfimpulstest (vKIT), bei dem eine Kamera die Augenbewegungen misst, während der Kopf vom Untersucher rasch nach links und rechts gedreht wird und der Patient gleichzeitig versucht einen Zielpunkt im Blick zu behalten. Da das Gleichgewichtsorgan sehr empfindlich auf Beschleunigungen reagiert, können Fehlfunktionen des Organs durch rasche Kopfbewegungen gut erfasst werden. Patienten tragen dabei eine brillenähnliche Messeinheit, die mit einer Infrarotkamera zur Messung der Augenbewegung ausgestattet ist und auch Sensoren zur Erfassung der Kopfbewegung hat. Aufzeichnung der Daten und anschließende Auswertung erfolgen über ein mobiles Notebook. Der neue Test gewinnt zunehmend an Bedeutung: Mehr als hundert Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Neurologen in Deutschland verwenden das Video-System bereits.

Vorteile der videobasierten Untersuchung

Die Diagnose-Technik ist für die Patienten verträglicher und nimmt deutlich weniger Zeit in Anspruch als andere übliche Verfahren, wie eine einstündige kalorische Spülung oder eine Drehstuhl-Untersuchung (5 Prozent Abbruchrate). Mit dem vKIT finden Neurologen oder HNO-Ärzte in 15 Minuten heraus, ob die Ursache für den Schwindel im Innenohr oder im Gehirn liegt. Es können auch solche Patienten problemlos getestet werden, bei denen Kontraindikationen für eine kalorische Prüfung vorliegen (z. B. Trommelfelldefekte). Nicht geeignet für vKIT sind Patienten, die blind sind oder an einer ausgeprägten Sehschwäche leiden.