Epilepsie-Chirurgie/high density electric source imaging (HD-ESI)

Etwa ein Drittel aller Patienten mit Epilepsie leiden trotz Medikamenten unter regelmäßigen Anfällen. Einem Teil der Betroffenen könnte ein operativer Eingriff helfen, bei dem die Anfallsursache im Gehirn entfernt wird. Damit gesunde Gehirnareale bei dem Eingriff unbeschädigt bleiben, haben Schweizer Neurologen dafür eine neue Methode entwickelt, die sogenannte high density electric source imaging (HD-ESI). Sie verbessert den Erfolg der Operation deutlich, indem sie die Anfalls-Quelle im Gehirn millimetergenau lokalisiert.

Es werden dabei vor der OP zwei hochauflösende bildgebende Verfahren kombiniert, die Elektroenzephalografie (EEG) und die Magnetresonanztomografie (MRT). Die Forscher platzieren insgesamt 256 Elektroden auf dem Kopf der Patienten - zehn Mal mehr als beim normalen EEG. Das MRT liefert zusätzlich ein dreidimensionales Bild des Gehirns aus extrem dünn gescannten Schichten. Mithilfe eines komplexen Algorithmus werden die beiden Bilder kombiniert und die Anfalls-Quelle so präzise lokalisiert. Mit großem Erfolg, wie Studien zeigen: Fast 80 Prozent der operierten Patienten sind nach dem Eingriff komplett anfallsfrei und leiden unter keinerlei Beeinträchtigungen. Dennoch lassen viel zu wenig Betroffene einen solchen Eingriff durchführen.

In Deutschland wird HD-ESI unter anderem bereits hier durchgeführt: Abteilung für Neurologie mit Schwerpunkt Epileptologie, Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung, Universitätsklinikum Tübingen.