Transkranielle Gleichstrom-stimulation (tDCS)

Die transkraniellen Gleichstromstimulation (transcraniell direct current stimulation = tDCS) ist eine nicht-invasive, gut verträgliche Methode zur Behandlung von Schmerzen oder Depressionen. Ein schwacher elektrischer Strom wirkt durch den Schädelknochen hindurch (transkraniell) auf das Gehirn. Er verändert die elektrische Ladung auf der Membran der Nervenzellen, was ihre Erregbarkeit teilweise verstärkt und teilweise dämpft. Auch das Zusammenspiel der Nerven (Oszillationen) wird durch eine tDCS verändert. Neue Untersuchungen zeigen, dass der Gleichstrom die Bildung neuer Verschaltungen im Gehirn fördert.

Neuromodulation gegen Schmerz und Depression

Im Gegensatz zur Elektrokrampftherapie (EKT), die mit starken Stromstößen Krampfanfälle auslöst, spürt der Patient bei der tDCS allenfalls ein leichtes Kribbeln. Die Therapie ist ohne größere Risiken. Krampfanfälle treten nicht auf. Manche Patienten berichten über leichte Müdigkeit, seltener auch über Kopfschmerzen oder Übelkeit. Auch kann es zu Hautrötungen im Bereich der Elektroden kommen, in sehr seltenen Fällen wurden leichte Verbrennungen -vermutlich bei nicht sachgemäßer Anwendung- berichtet. Wie wirksam diese Methode ist, überprüfen Forscher derzeit in klinischen Studien.

Die tDCS erfolgt ohne Operation von außen durch Anbringung von Elektroden an der Kopfhaut. Die Polarität der Elektroden, Anode oder Kathode, bestimmt den gewünschten Effekt, Bahnung oder Hemmung einer Hirnfunktion. Die Intensität des Stromflusses liegt meist bei 1 mA bis 2 mA bei Elektrodengrößen von 35 cm2. Die Stimulationsdauer liegt zwischen 10 und 20 Minuten. Sie können durch den Arzt erfolgen und nach Anleitung prinzipiell vom Patienten und Angehörigen auch zuhause durchgeführt werden. Die Gleichstromstimulation darf nur mit einem CE-zertifizierten Gerät durchgeführt werden, das den Anforderungen des Deutschen Medizinproduktgesetzes entspricht.